Biografie
Mathias Staut (*1983 in Zweibrücken) ist ein vielseitig profilierter Musiker, Dirigent und Pädagoge, dessen künstlerisches Wirken von der Verbindung einer breit gefächerten Ausbildung mit einer klar konturierten Spezialisierung im Bereich Chorleitung und Kirchenmusik geprägt ist.
Seine Studien führten ihn an die Musikhochschulen in Saarbrücken, Köln, Düsseldorf, Trossingen und Bremen, wo er Kirchen- und Schulmusik sowie Dirigieren studierte. Seine instrumentalen Schwerpunkte lagen auf Orgel und Klavier, ergänzt durch Studien im Gesang. Prägende künstlerische Impulse erhielt er unter anderem von Andreas Rothkopf, Johannes Geffert, Thierry Mechler und Stephan Leuthold (Orgel), Paulo Álvares und Angelika Nebel (Klavier) sowie Anders Eby, Rüdiger Bohn, Michael Alber und Friederike Woebcken (Dirigieren). Vertieft wurde diese Ausbildung durch Meisterkurse, etwa bei Wolfgang Rübsam, Ludger Lohmann, Daniel Roth oder Stefan Parkman, sowie durch Hospitationen beim WDR Rundfunkchor, ChorWerk Ruhr und dem SWR Vokalensemble. Ein Weiterbildungsstudium zum zertifizierten Kulturmanager rundet sein interdisziplinäres Profil ab.
Früh entwickelte Mathias Staut eine rege Tätigkeit als Kirchenmusiker und Ensembleleiter, die ihn zur Gründung eigener Chöre wie des Frauenchores „Cantiamo!“ führte. Seither arbeitet er kontinuierlich mit unterschiedlichsten vokalen Formationen – darunter der Unichor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Kammerchöre „bon canto“ (Bonn) und „Cantiamo“ (Mönchengladbach), das Collegium Vocale Koblenz sowie der von ihm mitbegründete „junge kammerchor düsseldorf“.
Dieser nimmt innerhalb seines künstlerischen Schaffens eine herausgehobene Stellung ein: Als semiprofessionelles Vokalensemble mit rund 40 Sängerinnen und Sängern widmet er sich projektweise anspruchsvoller Chormusik in kammermusikalischer Besetzung, mit besonderem Augenmerk auf zeitgenössischem Repertoire. Unter Stauts Mitwirkung und künstlerischer Leitung entstehen Programme von hoher interpretatorischer Feinheit, die bewusst neue Klangräume erschließen und innovative Konzertformate erproben. Beispielhaft hierfür steht die Zusammenarbeit mit dem Raschèr Saxophone Quartet, in deren Rahmen 2017 Arvo Pärts „Berliner Messe“ in einer außergewöhnlichen Besetzung zur Aufführung gebracht wurde.
Stauts künstlerische Handschrift zeigt sich in der stilistischen Vielfalt seiner Programme ebenso wie im sensiblen Dialog von Tradition und Gegenwart. Konzertreisen im In- und Ausland, Rundfunkproduktionen und die Mitwirkung an Uraufführungen unterstreichen seine künstlerische Präsenz.
Parallel dazu ist er seit vielen Jahren in der musikalischen Bildung tätig. Als Studienrat und Oberstudienrat an Gymnasien sowie als Lehrbeauftragter, unter anderem an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung Ottweiler, verbindet er künstlerische Praxis mit pädagogischer Vermittlung und engagiert sich in besonderer Weise für die Förderung des musikalischen Nachwuchses.
In seinen heutigen Tätigkeiten als Kreiskantor im Evangelischen Kirchenkreis Kleve und als Pädagoge bündelt Mathias Staut seine vielfältigen Kompetenzen in exemplarischer Weise. Sein Profil lässt sich als „T-förmig“ beschreiben: getragen von einer breiten musikalischen Basis und zugleich geprägt von einer klaren künstlerischen Vertiefung in der vokalen Ensemblearbeit – eine Verbindung, aus der die besondere Qualität seines Wirkens erwächst.